Prozeß gegen ehemaligen Hausmeister von Flüchtlingsunterkunft

Solidaritätskundgebung Dienstag 13.01.09 | 8:30 Uhr

Landgericht Nürnberg in der Fürther Straße 110

Prozessbeobachtung Donnerstag 15.01.09 | 9:00 Uhr

Amtsgericht Augsburg im Saal 128 Am Alten Einlaß 1, 86150 Augsburg

Wir fordern die sofortige Schließung aller Flüchtlingsunterkünfte und stattdessen die Unterbringung in normalen Wohnungen.

Schaut nicht weg! Greift ein bei alltäglicher sexistischer und rassistischer Gewalt!

Solidarisiert euch mit Betroffenen!

Bleiberecht für alle!

Am Dienstag, den 13.01., und Donnerstag, den 15.01., steht der ehemalige Hausmeister der Flüchtlingsunterkunft in der Schloßstraße in Nürnberg wegen sexuellem Missbrauch vor Gericht. Eine frühere Bewohnerin der Unterkunft hat ihn im März 2007 wegen sexuellen Übergriffen in den Jahren 2001 bis 2004 angezeigt. Die Unterkunft ist mittlerweile geschlossen und der Hausmeister in Rente geschickt worden.
Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften durch Hausmeister, Wachpersonal und andere Angestellte ist kein Einzelfall.

Immer wieder berichten Frauen, Beratungsstellen und Flüchtlingsorganisationen davon,
dass das Personal in den Unterkünften seine Macht dazu benutzt, Frauen und Kinder
sexuell auszubeuten, zu misshandeln oder zu vergewaltigen.

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Die Hausmeister haben in den meisten Unterkünften Zentralschlüssel, mit denen sie jederzeit alle Zimmer der BewohnerInnen betreten können.
Die Hausmeister oder die Heimleitung sind außerdem für die Ausgabe der Essenspakete, Hygieneartikel und Post an die BewohnerInnen zuständig. Oft wird berichtet, dass sie diese Situation ausnutzen um Druck auszuüben oder die BewohnerInnen damit zu erpressen. Besonders neu angekommene Flüchtlingsfrauen wissen meist nicht, welche Befugnisse das Personal in den Unterkünften hat und kennen häufig ihre Rechte nicht.

Erschwert wird ihre Situation wenn sie wenig oder kein deutsch können, keine Sozialkontakte haben und auch keine unabhängigen Beratungsstellen kennen. Das macht es für betroffene Frauen extrem schwierig sich nach erlebter Gewalt Unterstützung zu suchen oder die Täter anzuzeigen. Zudem haben sie oft wie alle von sexueller Gewalt Betroffenen Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird, sie schämen sich oder wollen möglichst schnell vergessen was passiert ist.
Trotz dieser Schwierigkeiten hat im März 2007 eine Flüchtlingsfrau aus Nürnberg Strafanzeige gegen den Hausmeister der Gemeinschaftsunterkunft Schloßstraße gestellt.
Er ist nun wegen „sexuellem Missbrauch widerstandsunfähiger Personen“ angeklagt.

Die Prozesstermine sind am 13. und 15. Januar. Aus Solidarität mit den Betroffenen findet am 13. Januar vor dem Gerichtsgebäude eine Kundgebung statt.
Die Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinschaftsunterkünften schafft Abhängigkeitsverhältnisse und bietet die Möglichkeit für sexuelle Ausbeutung und rassistische Unterdrückung.

Karawane Nürnberg