Hungerstreikende halten an ihren Forderungen fest / Bereits 20 Jugendliche im Krankenhaus

PM Hungerstreikende halten an ihren Forderungen fest / Bereits 20 Jugendliche im Krankenhaus vom 12.01.2012
Pressemitteilung der Kampagne „Nako! Stop Deportation to Afghanistan“, der
Jugendlichen ohne Grenzen Bayern und der Karawane München
12. Januar 2012 Hungerstreikende halten an ihren Forderungen fest.
Von den 60 jugendlichen Flüchtlingen, die sich seit mehreren Tagen im Hungerstreik befinden, wurden
mittlerweile 20 auf ärztliche Anweisung und teilweise gegen ihren Willen ins Krankenhaus eingeliefert. Die
Situation verschärfte sich insbesondere dadurch, dass einige der Jugendlichen sich auch weigerten zu
trinken. Die Jugendlichen sehen die Fortsetzung des Hungerstreiks als einzige Möglichkeit um
Verantwortliche und Öffentlichkeit auf die Missstände aufmerksam zu machen.
Trotz der offensichtlich extremen körperlichen Belastung halten die 16 bis 18-jährigen Afghanen an ihrem Protest
fest. Bei einem Treffen mit ihren Betreuern am gestrigen Mittwoch, konkretisierten sie nochmals ihre wichtigsten
Forderungen und werden diese heute den verantwortlichen Stellen zusenden. Die Jugendlichen sind entschlossen
weiterzustreiken, bis die jeweils zuständigen Stellen schriftlich erklären, die genannten Probleme zeitnah zu lösen,
bzw. schriftlich ihre Bereitschaft zur Umsetzung der genannten Forderungen zu signalisieren.
Denn bislang fühlen sich die Jugendlichen nicht ernst genommen: Sie fordern Zugang zu Deutschkursen und eine
übergangslose Einschulung. Weiterhin verlangen sie die Einführung von Standards in der Bayernkaserne, die der
besonderen Situation von Minderjährigen gerecht werden und einen zeitnahen Transfer in bedarfsgerechte
Jugendeinrichtungen. Weiterhin fordern sie einen persönlichen Besuch des Leiters der Münchner Außenstellte des
Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und eine schnelle und transparente Bearbeitung ihrer Asylanträge. Von
ihren Vormündern erwarten sie die Begleitung bei den Erstinterviews, sowie allgemein eine bessere Erreichbarkeit
und regelmäßige Treffen. Darüber hinaus verlangen sie ein Büro des Sozialamts in der Erstaufnahmeeinrichtung.
Denn bislang müssen die Bewohner der Bayernkaserne im Krankheitsfall oftmals eine Stunde fahren, allein um die
Berechtigung zu erhalten, einen Facharzt zu besuchen.
„Die Jugendlichen sind extrem entschlossen weiterzumachen, bis sie ihre Ziele erreichen. Sie haben
traumatisierende Fluchtgeschichten hinter sich, leben ohne ihre Familie mit der Angst vor Abschiebung hier und
sehen sich trotzdem mit massiven Problemen auf allen Ebenen konfrontiert. All ihre Forderungen sind absolut
gerechtfertigt und auch erfüllbar, die betreffenden Stellen müssen umgehend und umfassend reagieren!“, so Ben
Rau von der Karawane München.
Für Rückfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung. Es kann auch Kontakt zu den Streikenden
hergestellt werden.

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